BRAUNBÄREN Waldcamp Juni 2019. Eine Woche lang lebten wir im Camp in direkter Nachbarschaft einer Bärenhöhle. Eine Teilnehmerin berichtet, wie sie die Ereignisse in den schwedischen Wäldern erlebt hat:

” Zu Beginn der Woche machte uns Gunther mit seiner unnachahmlichen Art von der wissenschaftlichen Seite aus mit dem Bären vertraut. Er arbeitet als Forscher beim Scandinavian Brown Bear Research Project. Andrea, die auch dort forscht, ließ uns an den Frühjahrsuntersuchungen der Bärenhöhlen teilhaben. Die beiden schenkten uns fundiertes Wissen, das es uns leicht machte, immer weiter einzutauchen. Denn dann schlugen wir unser Camp in der Nähe der Bärenhöhle auf, die Sællga und ihre Jungen kurz vorher verlassen hatten. Je mehr Zeit wir dort verbrachten, desto mehr Spuren erkannten wir. Und je mehr Spuren wir entdeckten, desto lebendiger wurde dieser Ort. Aus unscheinbaren Veränderungen wurden Geschichten. Geschichten von Sællga und den Jungbären, von Blaubeeren, Ameisen, Elchen, Kiefern und den weiten Wäldern und Mooren.

Aus unterschiedlich interessierten Menschen wuchs während der Woche im Camp eine Gruppe zusammen, die immer mehr Fragen entdeckten. Mit Thoralfs wertschätzender Begleitung durch viele Prozesse tasteten wir uns im wahrsten Sinne des Wortes immer näher an die Bären heran, so dass einige von uns sogar den Bären in sich entdecken konnten. Die hellen Nächte verstärkten diese Erfahrung, so dass ich mich wie in einer zeitlosen und völlig anderen Welt fühlte.

‘Hast du einen Bären gesehen?’ wurde ich oft gefragt, seit ich von BRUDER BÄR zurückgekommen bin. Diese Frage kann ich erleichtert mit Nein beantworten. Erleichtert darüber bin ich nicht, weil ich vielleicht Angst davor gehabt hätte. Doch wie sehr eine Begegnung die Bären negativ beeinflusst hätte, konnten wir fast spüren, so tief verbunden, wie wir während dieser Woche mit den Bären waren.

Ich möchte mich ganz herzlich bei jedem einzelnen aus der Gruppe für diese Erfahrung bedanken. Ganz besonders bei Thoralf, der diese Erfahrung erst möglich gemacht hat. Dann bei Gunther und Andrea, die einen Teil ihrer wertvollen Zeit mit uns geteilt haben und die für uns praktisch das Tor in die Welt der Bären waren. Und natürlich bei Sællga, mit der wir einen gemeinsamen Ort teilen durften – auch wenn es nicht zeitgleich war. “